Katzenkacke. Samstag, 21.11.2020

Der Tag war heute super entspannt. SO entspannt, dass Gerd und ich sehr zufrieden und uns einig drueber waren, dass wir beide sehr entspannt sind. Und dann kam die Katze.

Also, heute morgen um ungefaehr viertel vor sieben ist Alfie aufgestanden und hat um die Aufsteherei so viel Theater gemacht, dass wir dann ALLE aufgestanden sind. Er hat dabei eigentlich nichts besonderes gemacht, er kam einfach so oft in zwei bis fuenf Minutenabstaenden in unser Schlafzimmer gelatscht um uns nach der Uhrzeit zu fragen und ob er jetzt ENDLICH aufstehen duerfte, bis wir alle beschlossen haben dass die Nacht offensichtlich einfach rum ist.

Warum fragt er das und steht nicht einfach auf, wundert ihr euch? Weil Alfie sich einsam fuehlt , alleine in seinem Zimmer. Und weil er sich gruselt, alleine im Wohnzimmer. Darum meint er mit der Frage „Darf ich schon aufstehen?“ eigentlich „Kann bitte noch jemand mitkommen und mir beim Fernsehen oder Buecherangucken oder Nintendospielen zugucken? Auch, wenn es erst 6:13h frueh ist?“ Zum Glueck reicht es ihm dann, wenn er sich mit seinem kleinen Bruder (der dann natuerlich auch wach wird) auf dem Sofa unter die dicke graue Schmusedecke kuscheln und fernsehen oder nintendo spielen kann solange Gerd oder ich oder wir beide leise in unsere Kaffeetassen weinen und uns versuchen daran zu erinnern, was dieses verrueckte „Ausschlafen“ nochmal war, womit frueher die Wochenenden angefangen haben.

Wir haben dann erstmal alle Tiere versorgt, uns gefreut, dass Katze Aubrey noch bei uns ist (sie hatte kurz vor Halloween fuer ein paar Tage die Lockdown-Regeln ignoriert und war fuer einen 3taegigen Kurztrip verschwunden) und gefruehstueckt, die Kinder in anstaendige Klamotten ueberredet, ein bisschen aufgeraeumt, dreizenmal gesagt „macht den Fernseher aus“ und sind dann im Hub Adventsgeschenke basteln gegangen. (Der/das Hub ist ein Mobile Home, dass wir uns ausgebaut haben zu einem extra Raum mit Buero, Gaestebett, Heimkino, Naeh- und Bastelbereich und Spielecke, in dem IMMER (kreatives) Chaos herrscht. Erzaehle ich ein anderes mal mehr von.) Irgendwann hatten wir alle Hunger und sind ins Haus gegangen und haben zusammen Mittagessen gemacht. Es gab Wraps gefuellt mit Rotkohlsalat, Rohkost, verschiedenen Sossen und gebratenen Quornwuerfeln. Alfie hat den Rotkohl in der Kuechenmaschine geschreddert, Klara hat einen Dip aus Joghurt und Majo, Salz, Pfeffer und Dill gemacht und eine Gurke und eine Paprika gehobelt, Gerd hat Salat aus dem Folientunnel geholt und gewaschen, ich habe Quorn gebraten, Rotkohlsalat gemacht und den Tisch gedeckt und Fritz hat fuer die akustische Untermalung des Treibens gesorgt und gegen die laermende Kuechenmaschine angebruellt. „NEEEEEEEIIIN!!!!“ wenn man ihn angeguckt hat. „MEIIIIIIIIINA“, wenn Alfie die Kuechenmaschine beruehrt hat, und „MJAM MJAM MJAAAAAAM!!!“ um uns alle zu motivieren, ein BISSCHEN schneller zu schreddern, zu ruehren und zu braten. Hat funktioniert. Nichts motiviert uns mehr, als die Aussicht auf einen leisen Fritz, der mit vollem Mund einfach mal NICHT mehr bruellen kann. Zumindest nicht mehr so laut.

Nachmittags haben wir alle so vor uns hin gewurschtelt. Ich habe die Adventsbastelei zuende gebastelt, die Kinder haben im Wechsel gespielt oder gelesen oder sich um einen leeren Karton gekloppt, zwischendurch gab es Kaffee und Kekse (um kleine, laute Muender zu stopfen kann man auch Kekse nehmen).


Gerd hat in unserem Hausarbeitsraum-Anbau zwei ehemalige DVD-Schraenke aufgehaengt, in denen wir jetzt Putz-und Waschmittel, Waescheklammern und -netze und Putztuecher untergebracht haben. Die Flaschen und Kartons und Beutel standen vorher immer im Haus verteilt herum. Da, wo gerade Platz war. Ziemlich laestig, wenn man mal eben eine Waescheklammer braucht, um z.B. einen lauten Kindermund zuzuklammern aber vergessen hat, dass man die ja neulich aufs Badezimmerschraenkchen gelegt hatte weil auf dem Schuhregal kein Platz mehr war weil da die Schwimmtasche steht. Ihr kennt das? Nee?

Dann wurde schnell die Kueche aufgeraeumt und als ich damit fertig war, haette ich eigentlich Abendbrot machen muessen. Aber die Kueche war ja grad aufgeraeumt und ich hatte keine Lust, nochmal den Tisch zu decken und nochmal die Flaechen alle abzuwischen und nochmal Teile von Hand zu spuelen, die doch nicht mehr in die Spuelmaschine gepasst haetten und so weiter. Also gabs Fingerfood, was, wie ich finde, eine geniale Idee von mir war. Nachos mit etwas Salsa bekleckert und im Ofen 10min bei 160 Grad mit Kaese ueberbacken. Dazu eine Schale Trauben, ein bisschen kleingeschnittene Salami und ein paar Kaesewuerfel, eine Tuete Zwiebelringe und zum Nachtisch einfach einen Joghurt. Keine schmutzigen Teller wegzuraeumen, kein Gemecker weil wieder jemand meint er waere allergisch gegen Brokkoli oder Moehren, volle Muender und darum ein paar Minuten zivile Geraeuschkulisse am Tisch, Zeit fuer ein paar zufriedene Seufzer der Eltern.

Und dann der Spruch: „Das war heute aber wirklich ein entspannter Tag, Mensch. Haben wir gut hinbekommen. Und gleich ist schon Feierabend. Hach.“

Tja. Man soll den Tag nicht vor dem Abend loben. Eigenlob stinkt. Karma is a bitch.

Alfie rannte los, ins Bad, um sich die Zaehne zu putzen und aus dem Flur kam ihm die Katze entgegen. Die Katzen duerfen aber eigentlich NICHT in den Flur und schon garnicht in die Schlafzimmer. Eigentlich. Uneigentlich war die Miez aber vor dem Krach der Bohrmaschine im Hausarbeitsraum gefluechtet hatte sich ein ruhiges Plaetzchen gesucht.

Die Ereignisse ueberschlugen sich jetzt ganz schnell und aus entspanntem Herumgeseufze und sich-selbst-auf-die-Schulter-geklopfe wurde hektisches, genervtes Gemotze.
Die Aubreykatze kam also vom Flur aus ganz gemuetlich in die Kueche getigert und Gerd fing an zu schimpfen und flitzte los um zu kontrollieren ob die Schlafzimmertueren alle zu gewesen waren. (Waren sie nicht. Keine einzige.)

Er stieg ueber die Katze drueber, kam auf dem Weg in unser Schlafzimmer am Bad vorbei und meckerte ueber Gestank und motzte sowas wie „die Kinder mal wieder nicht das Klo gespuelt“ und „bah ist das eklig“ und „wenn die Dreckskatze in MEINEM Bett herumgefusselt hat, raste ich aus“ und so. Die Katze hatte aber unser Bett vollgefusselt. Und das ist wirklich nicht schoen, wenn man allergisch auf Katzenhaare ist. Aber sogar DAS waere nicht SO schlimm gewesen, wenn sie nicht auch noch aufs Bett GEKACKT haette. Ja genau. In UNSER Bett. Mitten aufs Pluemmo. Einen riesigen Haufen. Und wenn es EINS gibt auf diesem Planeten, was so RICHTIG eklig stinkt, dann ist das ein Katzenkackhaufen. Dagegen ist die Kackwurst von einem ausgewachsenen Bernhardiner ein Waisenkind. Ein frisch gebadetes, kleines Waisenkind. Echt jetzt. Katzenkacke ist RICHTIG eklig.

Also haben wir dann erstmal die Katze weggesperrt, alle Fenster aufgerissen, alle anderen Zimmer und Betten kontrolliert und unsere Matratzen und die Kissen und die Bettdecken abgezogen und die am schlimmsten verseuchten Sachen direkt in die Waschmaschine gesteckt. Dann neues Bettzeug gesucht und frisch bezogen, alle Zimmer mit Lavendel-Raumduft eingenebelt und dabei den Drang unterdrueckt, der Katze einfach direkt auch mal ins Katzenbett zu machen. Damit sie weiss, wie das so ist.

30 Minuten spaeter waren Gerd und ich nass geschwitzt und fix und fertig, SEHR SEHR unentspannt und sehr sauer auf die bloede Katze. Und eigentlich waeren wir beide reif fuer den Feierabend gewesen, aber wir hatten den Kindern versprochen noch etwas zusammen zu spielen, wir hatten ploetzlich beide den Wunsch noch zu duschen und darum wurde es dann doch etwas spaeter, bis endlich Ruhe im Haus war.

Klara durfte noch aufbleiben und mit uns Grossen „30 ueber Nacht“ gucken. Der Film ist wirklich ganz lustig und es wurde dann doch noch ganz kuschelig und froehlich.

Morgen wasche ich dann wohl noch 2 weitere Bettdecken, saemtliche Bezuege und Kissen und einen Haufen Schuluniformen, damit die Kinder am Montag nicht nackig in die Schule gehen muessen. Denn das waere bei diesen Temperaturen wirklich nicht angenehm.

Slán!

Lena

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