Katzenkacke die Zweite. Sonntag, 22.11.2020

So wie der Tag gestern endete, so ging er heute direkt los. Dieses Wochenende wird anscheinend beherrscht von zuviel Katzencontent. Miau.

Das allmorgendliche „Darf ich schon aufstehen“-Ritual haben wir wieder irgendwann zwischen sieben und acht Uhr hinter uns gebracht. Gerd dreht sich aber nochmal rum und ich gehe mit allen meinen Kindern ins Wohnzimmer. Ich weiss, es sind nur drei. Aber Sonntagsmorgens, vor dem ersten Kaffee, um silly o‘ clock, noch mit dem Abdruck vom Kissen auf der Backe, fuehlen sich drei Kinder gerne mal an wie 8 Kinder. Ich befehle diesen Kindern, wie jeden Sonntagmorgen, sich irgendwas bescheuertes im Fernseher anzugucken, mich meinen Kaffee trinken zu lassen und warte darauf, dass ich langsam wach werde. Dabei hoere ich ein bisschen WDR 2 Rhein und Ruhr, raeume die Spuelmaschine aus und trinke meinen Kaffee. Draussen ist der Himmel wolkenlos, ich sehe, dass das Gras ueberfroren ist und vermute, dass es ein sonniger, schoener Tag wird. Der Mann darf noch liegen bleiben, beschliesse ich, und ziehe mir meinen Fleecepulli ueber meinen Schlawwanzuch und setze mir eine dicke Muetze auf die Strubbelhaare um die Tiere aus ihren Betten zu werfen und zu fuettern und will wie immer bei den Katzen anfangen. Das ist logisch, denn die Katzen wohnen im Hausarbeitsraum und da muss ich durch, um in den Garten zu kommen. Ohne Brille aber mit 2 Pfund Schlafsand auf der Linse denke ich im ersten Moment, die bloeden Katzen haetten ihren Futternapf runtergeschmissen aber als ich genau hingucke sehe ich, dass das nicht Futterbroeckchen auf dem Boden und auf der Gefriertruhe und auf der Fussmatte sind sondern Blutspritzer. Und zwar jede Menge davon. Es sieht aus, als haette jemand in unserem Hausarbeitsraum Saw 9 gedreht und vergessen, schnell durchzuwischen nachdem die Filmcrew sich vom Set verzogen hat um im Tullamore Court Hotel After Work Drinks zu schlabbern und sich gegenseitig die Texte fuer den naechsten Drehtag abzufragen. Oder so.

Die Katze Bundy ist da. Wie immer. Bundy ist wirklich IMMER da. Die ist naemlich faul. Sie faengt keine Maeuse, sie klettert nicht auf Zaeunen rum und will nicht spielen. Sie liegt den ganzen Tag rum und pennt. Und frisst einfach das Futter, das wir ihr fressfertig in ihren Napf schuetten. Ein bisschen langweilig.
Aber wenigstens kackt sie nicht in anderer Leute Betten. Das hat auch Vorteile.

Ich kriege reinen riesigen Schreck und rufe Aubrey. Die kommt auch direkt durch die Katzenklappe rein geklettert und schmiert noch mehr Blut herum. Es tropft ihr richtig aus dem Gesicht. Ich verriegel erstmal alle Tueren nach draussen und schmeisse den Mann aus dem Bett und plapper panisch drauflos. „Die Katze blutet alles voll und die sieht aus als waere sie vom Auto angefahren worden und der Boden ist voller Blut und es ist Sonntag und die Tieraerzte haben nicht auf und ich hab noch meinen Schlafanzug an und die Katze sieht ganz schrecklich aus …“ und er kommt ganz schlaefrig hinter mir hergetaumelt und dann stehen wir erstmal etwas ratlos in der Splatterfilm-Szene rum. Denn die Katze ist zwar ziemlich blutverschmiert, wirkt aber ansonsten eher hungrig als verletzt.

Im ersten Moment denke ich „Tja, du dumme Katze. DAS kommt halt davon, wenn man sich nicht benimmt. Sieh zu, wie du DAMIT fertig wirst“, aber dann rufe ich doch den Tierarzt im Ort an. Da geht natuerlich keiner ran. Nur der Anrufbeantworter, der mir erzaehlt, dass die Praxis geschlossen ist und mir eine andere Telefonnummer gibt fuer „in the case of an emergency“. Da rufe ich an und plapper natuerlich erstmal wieder richtig sinnloses Zeug auf einen Mann ein, der klingt, als haette er vergessen, dass er fuer den Notdienst eingeteilt war und erst um drei Uhr morgens aus der Kneipe herausgestolpert ist. Was wahrscheinlich aber einfach daran liegen koennte, dass nicht jeder einen Alfie hat, der einen zu einer sehr unchristlichen Zeit morgens aus dem Bett quasselt. Und der gute Mann einfach Sonntagsmorgens um acht noch schlaeft. KOENNTE SEIN!

Das Gespraech verlief ungefaehr so:

Er: „Hallo?“ (Hasse ich ja. Sag deinen NAMEN, wenn du ans Telefon gehst.)
Ich: „Aeh ja, hallo. Bist du der Tierarzt?“ (Das klingt jetzt auf Deutsch so, als waere ich erst 4 Jahre alt und koennte mich nicht anstaendig mit Fremden unterhalten, aber auf Englisch sagt man halt „du“ zu allen Menschen.)
Er so: „Ja. Bin ich. Warum?“
Und ich so: „Naja, unsere Katze kam grad nach Hause und ist voller Blut und sie sieht ganz schrecklich aus und das ganze Zimmer ist voller Blut und es scheint aus ihrem Kopf raus zu laufen aber eigentlich wirkt sie sehr munter fuer eine Katze die aussieht als waere sie von einem Maehdrescher ueberrollt worden aber sie frisst jetzt ganz normal und wirkt auch nicht verschreckt oder als haette sie Schmerzen also hat sie vielleicht gekaempft und es ist garnicht ihr eigenes Blut und vielleicht hat sie ja auch garnichts aber das Auge ist so blutverschmiert also wollte ich mal fragen ob sie wohl versorgt werden muss.“
Und er so: „Naja. Das kann ich so nicht sagen. Dafuer muesste ich die Katze mal sehen.“

Kluger Mann. Da hatte er wohl Recht. Und vielleicht hat er auch mit den Augen gerollt und vielleicht ganz kurz seine Berufswahl in Frage gestellt. Wer wuerde es ihm veruebeln? Aber er hat mir vorgeschlagen, mich um halb zehn an seiner Praxis zu treffen. Und hat noch schnell „mit Katze“ hinterhergeschoben, fuer den Fall, dass ich genau so bloed bin, wie ich am Telefon klinge.

Aubreykatze und ich sind dann mit einem Sack voll Gold fuer die Bezahlung (aerztliche Notdienste sind auch fuer Tiere nicht kostenlos) behangen zur Praxis gefahren und da wurde festgestellt, dass sie wahrscheinlich mit einem anderen Tier gekaempft hat und dabei am inneren Augenlid erwischt wurde. Darum tropfte sie auch aus dem Gesicht. Aber ein Grossteil von dem Blut, mit dem sie so angeberisch herumgesaut hat, war wohl nicht ihr eigenes. Ehrlich gesagt hat sie auch die ganze Zeit so geguckt als wenn sie dachte: „Leeeeute. Macht mal nicht so’n Aufstand wegen dem kleinen Kratzer an meinem Auge. Ihr haetten den ANDEREN mal sehen sollen. Die arme Sau grabbed mich so schnell nicht nochmal by the pussy, soviel steht fest!“

Aubrey bekommt jetzt antibiotische Augentropfen und Schmerztabletten und hat ein paar Tage Stubenarrest damit das Auge heilen kann und um ueber ihr ruepelhaftes Verhalten nachzudenken.

€80.- hat mich der erquickende Ausflug am Sonntagmorgen gekostet. Plus das Geld das ich gegenueber der Praxis fuer frische Scones fuers Fruehstueck ausgegeben habe. Aber man goennt sich ja sonst nix.

Habt einen schoenen Start in die neue Woche!

Slán!

Lena

Katzenkacke. Samstag, 21.11.2020

Der Tag war heute super entspannt. SO entspannt, dass Gerd und ich sehr zufrieden und uns einig drueber waren, dass wir beide sehr entspannt sind. Und dann kam die Katze.

Also, heute morgen um ungefaehr viertel vor sieben ist Alfie aufgestanden und hat um die Aufsteherei so viel Theater gemacht, dass wir dann ALLE aufgestanden sind. Er hat dabei eigentlich nichts besonderes gemacht, er kam einfach so oft in zwei bis fuenf Minutenabstaenden in unser Schlafzimmer gelatscht um uns nach der Uhrzeit zu fragen und ob er jetzt ENDLICH aufstehen duerfte, bis wir alle beschlossen haben dass die Nacht offensichtlich einfach rum ist.

Warum fragt er das und steht nicht einfach auf, wundert ihr euch? Weil Alfie sich einsam fuehlt , alleine in seinem Zimmer. Und weil er sich gruselt, alleine im Wohnzimmer. Darum meint er mit der Frage „Darf ich schon aufstehen?“ eigentlich „Kann bitte noch jemand mitkommen und mir beim Fernsehen oder Buecherangucken oder Nintendospielen zugucken? Auch, wenn es erst 6:13h frueh ist?“ Zum Glueck reicht es ihm dann, wenn er sich mit seinem kleinen Bruder (der dann natuerlich auch wach wird) auf dem Sofa unter die dicke graue Schmusedecke kuscheln und fernsehen oder nintendo spielen kann solange Gerd oder ich oder wir beide leise in unsere Kaffeetassen weinen und uns versuchen daran zu erinnern, was dieses verrueckte „Ausschlafen“ nochmal war, womit frueher die Wochenenden angefangen haben.

Wir haben dann erstmal alle Tiere versorgt, uns gefreut, dass Katze Aubrey noch bei uns ist (sie hatte kurz vor Halloween fuer ein paar Tage die Lockdown-Regeln ignoriert und war fuer einen 3taegigen Kurztrip verschwunden) und gefruehstueckt, die Kinder in anstaendige Klamotten ueberredet, ein bisschen aufgeraeumt, dreizenmal gesagt „macht den Fernseher aus“ und sind dann im Hub Adventsgeschenke basteln gegangen. (Der/das Hub ist ein Mobile Home, dass wir uns ausgebaut haben zu einem extra Raum mit Buero, Gaestebett, Heimkino, Naeh- und Bastelbereich und Spielecke, in dem IMMER (kreatives) Chaos herrscht. Erzaehle ich ein anderes mal mehr von.) Irgendwann hatten wir alle Hunger und sind ins Haus gegangen und haben zusammen Mittagessen gemacht. Es gab Wraps gefuellt mit Rotkohlsalat, Rohkost, verschiedenen Sossen und gebratenen Quornwuerfeln. Alfie hat den Rotkohl in der Kuechenmaschine geschreddert, Klara hat einen Dip aus Joghurt und Majo, Salz, Pfeffer und Dill gemacht und eine Gurke und eine Paprika gehobelt, Gerd hat Salat aus dem Folientunnel geholt und gewaschen, ich habe Quorn gebraten, Rotkohlsalat gemacht und den Tisch gedeckt und Fritz hat fuer die akustische Untermalung des Treibens gesorgt und gegen die laermende Kuechenmaschine angebruellt. „NEEEEEEEIIIN!!!!“ wenn man ihn angeguckt hat. „MEIIIIIIIIINA“, wenn Alfie die Kuechenmaschine beruehrt hat, und „MJAM MJAM MJAAAAAAM!!!“ um uns alle zu motivieren, ein BISSCHEN schneller zu schreddern, zu ruehren und zu braten. Hat funktioniert. Nichts motiviert uns mehr, als die Aussicht auf einen leisen Fritz, der mit vollem Mund einfach mal NICHT mehr bruellen kann. Zumindest nicht mehr so laut.

Nachmittags haben wir alle so vor uns hin gewurschtelt. Ich habe die Adventsbastelei zuende gebastelt, die Kinder haben im Wechsel gespielt oder gelesen oder sich um einen leeren Karton gekloppt, zwischendurch gab es Kaffee und Kekse (um kleine, laute Muender zu stopfen kann man auch Kekse nehmen).


Gerd hat in unserem Hausarbeitsraum-Anbau zwei ehemalige DVD-Schraenke aufgehaengt, in denen wir jetzt Putz-und Waschmittel, Waescheklammern und -netze und Putztuecher untergebracht haben. Die Flaschen und Kartons und Beutel standen vorher immer im Haus verteilt herum. Da, wo gerade Platz war. Ziemlich laestig, wenn man mal eben eine Waescheklammer braucht, um z.B. einen lauten Kindermund zuzuklammern aber vergessen hat, dass man die ja neulich aufs Badezimmerschraenkchen gelegt hatte weil auf dem Schuhregal kein Platz mehr war weil da die Schwimmtasche steht. Ihr kennt das? Nee?

Dann wurde schnell die Kueche aufgeraeumt und als ich damit fertig war, haette ich eigentlich Abendbrot machen muessen. Aber die Kueche war ja grad aufgeraeumt und ich hatte keine Lust, nochmal den Tisch zu decken und nochmal die Flaechen alle abzuwischen und nochmal Teile von Hand zu spuelen, die doch nicht mehr in die Spuelmaschine gepasst haetten und so weiter. Also gabs Fingerfood, was, wie ich finde, eine geniale Idee von mir war. Nachos mit etwas Salsa bekleckert und im Ofen 10min bei 160 Grad mit Kaese ueberbacken. Dazu eine Schale Trauben, ein bisschen kleingeschnittene Salami und ein paar Kaesewuerfel, eine Tuete Zwiebelringe und zum Nachtisch einfach einen Joghurt. Keine schmutzigen Teller wegzuraeumen, kein Gemecker weil wieder jemand meint er waere allergisch gegen Brokkoli oder Moehren, volle Muender und darum ein paar Minuten zivile Geraeuschkulisse am Tisch, Zeit fuer ein paar zufriedene Seufzer der Eltern.

Und dann der Spruch: „Das war heute aber wirklich ein entspannter Tag, Mensch. Haben wir gut hinbekommen. Und gleich ist schon Feierabend. Hach.“

Tja. Man soll den Tag nicht vor dem Abend loben. Eigenlob stinkt. Karma is a bitch.

Alfie rannte los, ins Bad, um sich die Zaehne zu putzen und aus dem Flur kam ihm die Katze entgegen. Die Katzen duerfen aber eigentlich NICHT in den Flur und schon garnicht in die Schlafzimmer. Eigentlich. Uneigentlich war die Miez aber vor dem Krach der Bohrmaschine im Hausarbeitsraum gefluechtet hatte sich ein ruhiges Plaetzchen gesucht.

Die Ereignisse ueberschlugen sich jetzt ganz schnell und aus entspanntem Herumgeseufze und sich-selbst-auf-die-Schulter-geklopfe wurde hektisches, genervtes Gemotze.
Die Aubreykatze kam also vom Flur aus ganz gemuetlich in die Kueche getigert und Gerd fing an zu schimpfen und flitzte los um zu kontrollieren ob die Schlafzimmertueren alle zu gewesen waren. (Waren sie nicht. Keine einzige.)

Er stieg ueber die Katze drueber, kam auf dem Weg in unser Schlafzimmer am Bad vorbei und meckerte ueber Gestank und motzte sowas wie „die Kinder mal wieder nicht das Klo gespuelt“ und „bah ist das eklig“ und „wenn die Dreckskatze in MEINEM Bett herumgefusselt hat, raste ich aus“ und so. Die Katze hatte aber unser Bett vollgefusselt. Und das ist wirklich nicht schoen, wenn man allergisch auf Katzenhaare ist. Aber sogar DAS waere nicht SO schlimm gewesen, wenn sie nicht auch noch aufs Bett GEKACKT haette. Ja genau. In UNSER Bett. Mitten aufs Pluemmo. Einen riesigen Haufen. Und wenn es EINS gibt auf diesem Planeten, was so RICHTIG eklig stinkt, dann ist das ein Katzenkackhaufen. Dagegen ist die Kackwurst von einem ausgewachsenen Bernhardiner ein Waisenkind. Ein frisch gebadetes, kleines Waisenkind. Echt jetzt. Katzenkacke ist RICHTIG eklig.

Also haben wir dann erstmal die Katze weggesperrt, alle Fenster aufgerissen, alle anderen Zimmer und Betten kontrolliert und unsere Matratzen und die Kissen und die Bettdecken abgezogen und die am schlimmsten verseuchten Sachen direkt in die Waschmaschine gesteckt. Dann neues Bettzeug gesucht und frisch bezogen, alle Zimmer mit Lavendel-Raumduft eingenebelt und dabei den Drang unterdrueckt, der Katze einfach direkt auch mal ins Katzenbett zu machen. Damit sie weiss, wie das so ist.

30 Minuten spaeter waren Gerd und ich nass geschwitzt und fix und fertig, SEHR SEHR unentspannt und sehr sauer auf die bloede Katze. Und eigentlich waeren wir beide reif fuer den Feierabend gewesen, aber wir hatten den Kindern versprochen noch etwas zusammen zu spielen, wir hatten ploetzlich beide den Wunsch noch zu duschen und darum wurde es dann doch etwas spaeter, bis endlich Ruhe im Haus war.

Klara durfte noch aufbleiben und mit uns Grossen „30 ueber Nacht“ gucken. Der Film ist wirklich ganz lustig und es wurde dann doch noch ganz kuschelig und froehlich.

Morgen wasche ich dann wohl noch 2 weitere Bettdecken, saemtliche Bezuege und Kissen und einen Haufen Schuluniformen, damit die Kinder am Montag nicht nackig in die Schule gehen muessen. Denn das waere bei diesen Temperaturen wirklich nicht angenehm.

Slán!

Lena

Weisskohl-Curry mit roten Linsen

vegan, glutenfrei, kinderfreundlich fuer Kinder ohne Gemueseintoleranz

Kennt ihr das? Ein halber Weisskohl liegt im Kuehlschrank rum und man weiss nicht, was man damit machen soll? Nee? Ich auch nicht.

Normalerweise mache ich einfach VIEL Krautsalat oder VIEL Weisskohleintopf und nichts bleibt uebrig. Ausser gestern. Da habe ich nur ein bisschen Krautsalat gemacht. Allerdings mit Absicht, weil ich heute mal probieren wollte, ein Weisskohlcurry zu machen. Und es hat wirklich richtig lecker geschmeckt. Sogar die Kinder musste ich nur ein BISSCHEN mit der Aussicht auf Kaubonbon-Nachtisch erpressen animieren, mehr als nur etwas trockenen Reis zu essen. Und ich hab grad nochmal nachgeguckt, sie leben noch. Niemand ist an zuviel Gemuese im Mittagessen gestorben.

Ich bin keine Koechin und habe kein fancy-shmancy Werkzeug und auch nie wirklich viel Zeit zum Kochen, darum bin ich mir ziemlich sicher, dass jeder, der ein Schneidebrett und ein einigermassen scharfes Messer, einen Loeffel und einen Topf hat, das Gericht nachkochen kann. Die benoetigten Lebensmittel braucht man natuerlich auch, man kann das Rezept aber auch etwas abwandeln oder was weglassen, dann ist es aber natuerlich nicht mehr so UNFASSBAR LECKER, wie als wenn man MEINE ausgesuchten Zutaten benutzt. Logisch.

Ihr braucht:

  • 2 EL Oel
  • 1/2 Weisskohl
  • 1 Zwiebel
  • 2 EL mildes oder mittelscharfes Currypulver
  • 1 EL Senfsamen
  • 2 Moehren
  • 2 EL Tomatenmark
  • 1 Dose Tomatenstuecke
  • 1 Dose Kokosmilch
  • 250ml Gemuesebruehe
  • 200g ungekochte, rote Linsen
  • evtl etwas Wasser
  • 2 EL Mangochutney oder Aprikosenkonfituere
  • Salz
  • evtl. frischen Koriander und/oder Chilipulver

Schritt fuer Schritt:

  1. Den Weisskohl auf einer Mandoline raspeln oder mit einem Messer in duenne Streifen schneiden. Die Moehren ggf. schaelen und auf der Mandoline hobeln oder mit einem Messer in Scheiben schneiden. Die Zwiebel abziehen und wuerfeln.
  2. Das Oel in einem grossen Topf erhitzen, den Weisskohl in den Topf geben und scharf anbraten bis er anfaengt, leicht zu braeunen. Das Currypulver und die Senfsamen dazugeben und weitere 2-3 Minuten weiter braten. Dabei umruehren, damit nichts anbrennt.
  3. Hitze reduzieren, Tomatenmark und Moehrenscheiben zum Weisskohl und der Zwiebel geben und ein paar Minuten duensten. Immer mal umruehren.
  4. Die Tomatenstuecke, die Kokosmilch und die Bruehe in den Topf schuetten, alles vermischen, aufkochen und bei mittlerer Hitze 10 min koecheln lassen.
  5. Die Linsen dazu geben, wieder aufkochen, Hitze reduzieren, Deckel drauf und nochmal 20min koecheln lassen bis die Linsen gar sind und das Curry schoen cremig ist. Nicht vergessen immer mal zu ruehren, (Ich weiss! Keiner hat gesagt, dass NICHT mitgearbeitet werden muss! Voll das Arm-Workout hier!) damit die Linsen nicht am Topfboden festbacken. Eventuell immer mal Wasser dazu geben, wenn ihr findet dass die Mischung zu trocken wird.
  6. Zum Schluss das Chutney bzw. die Aprikosenkonfituere dazugeben und alles gut vermischen. Ich weiss, das scheint total bekloppt. Aber VERTRAUT MIR! Die fruchtige Suesse macht den besonders leckeren Geschmack des Currys aus. Mit Salz und evtl noch etwas Currypulver oder Chili abschmecken.

Dazu gabs bei uns heute Reis und fuer mich obendrauf eine handvoll gehackten, frischen Koriander und eine Prise Cayenne Chilipulver. Koriander ist aber natuerlich nicht jedermanns Sache und scharfes Essen auch nicht.
Und statt Reis kann man dazu bestimmt auch super Couscous oder Brot essen. Dann ist es aber evtl nicht mehr glutenfrei.
Oder man isst dazu einfach nix. Dann ist es vielleicht auch noch Low Carb. Und so weiter.

Guten Appetit! Bain taitneamh as do bhia!

Lena


(Meine Kinder leben uebrigens immernoch. Nur, falls sich jemand fragt.)

Erster Blog Post

Guten Morgen aus Irland. Es ist Sonntagmorgen, ungefaehr viertel vor 9. Ich sitze am Kuechentisch, Klara und Alfie spielen nintendo und Fritz guckt Paw Patrol.

Ich trinke Kaffee aus einer Kaffeetasse die ich mir letzte Woche gekauft habe. Als ich eigentlich keine Lust hatte einkaufen zu gehen, aber noch Zutaten fuer meine Geburtstagstorte brauchte und mir ausserdem der Krach zu Hause richtig auf die Nerven ging. Da bin ich dann doch freiwillig einkaufen gegangen. Seit langem mal wieder. Hat garnicht weh getan und ich habe sogar 4 witzige neue Tassen bekommen fuer die Weihnachtszeit. Die Regale mit der Weihnachtsdekoration im Supermarkt waren mit durchsichtigen Folien behangen, so dass man die Christbaumkugeln, die Lichterketten, Kerzen und die Dekoration zwar sehen konnte, aber weil die Regierung beschlossen hat, den Verkauf von „non-essential“ also „nicht unbedingt lebensnotwendigen Waren“ zu verbieten waehrend wir im Lockdown sind, konnte ich halt nur gucken. Nicht kaufen. Der Sinn hinter diesen Massnahmen ist, dass man die anderen, kleinen Geschaefte, die keine Lebensmittel oder andere Lebenswichtige Dinge verkaufen und darum garnicht oeffnen duerfen, nicht benachteiligt. Oder so.

Im Moment sind wir im Level 5, die hoechste Lockdownstufe hier in Irland.

Also, 3 1/2 Wochen sind rum und es sind jetzt noch 2 1/2 Wochen bis die Einschraenkungen gelockert werden. Solange koennen wir uns nur im Radius von 5km um unser Haus herum zu „Freizeitzwecken“ bewegen, niemanden besuchen, keinen Besuch zu uns einladen, uns auch nicht draussen treffen. Viele Geschaefte, wie Restaurants, Frisoere, Pubs, Hotels etc bleiben weiter geschlossen bzw Restaurants und Cafes koennen nur „ausser Haus“ verkaufen . Die Schulen und Betreuungseinrichtungen sind aber immernoch geoeffnet. Dafuer gibt es Strassenkontrollen der Polizei, die immer mal fuer Stau sorgen.
Es gibt einige andere Bestimmungen und jetzt auch eine Geldstrafe fuer diejenigen, die sich beim Regelbrechen erwischen lassen. Noch bis zum 2. Dezember.

Dann kommt Level 3.

Dann duerfen wir uns wieder mit einem anderen Haushalt treffen der aus maximal 6 Menschen besteht. Unter bestimmten Voraussetzungen duerfen wieder kleine Veranstaltungen draussen stattfinden und Frisoere mit strengen Hyegienemassnahmen wieder arbeiten und Geschaefte duerfen wieder oeffnen. Kulturelle Einrichtungen bleiben geschlossen, wir duerfen uns innerhalb unseres Countys frei bewegen und Restaurants duerfen wieder Gaeste bewirten, aber nur draussen. Also werden dann auch wieder die Folien von den Weihnachtskrimskramsregalen im Supermarkt entfernt.

Kurz vor Weihnachten kommt dann Level 2.

Dann kann man wieder unter bestimmten Voraussetzungen und mit begrenzten Personenzahlen in kleinen Gruppen essen gehen und ins Pub, die Kirchen duerfen wieder fuer bis zu 50 Menschen pro Messe oeffnen, es darf sich wieder in groesseren Gruppen draussen getroffen werden und sowas. Und man darf sich wieder frei in der Republik bewegen um ueber die Feiertage Verwandte zu besuchen.

Fuer uns aendert sich dann aber nicht so viel. Denn nach Deutschland fliegen kommt fuer uns nicht in Frage und wir koennen es nicht riskieren, meine Mama, die zur Risikogruppe gehoert in einem Flugzeug nach Irland zu holen.
Also planen wir gerade uns and Heiligabend ueber Skype zu sehen falls die Internetverbindung das hergibt denn wahrscheinlich sind wir dieses Jahr nicht die Einzigen mit diesem Plan.

Eigentlich wollte ich in meinem Blog NICHT ueber Corona schreiben (oder ueber Menschen meckern die ueber Corona meckern), aber jetzt ist es halt doch so gekommen. Direkt im ersten Post. Wahrscheinlich, weil es gerade so praesent ist und unser Leben bestimmt und es DAS Thema dieses Jahr ist. Da kommste nicht drumherum. Und ich werde immer mal gefragt, wie das bei uns in Irland so ist mit Covid. Jetzt wissta bescheid.

Ab jetzt wirds aber bestimmt unterhaltsamer und weniger Coronalastig.

Hoffentlich.

Habt’s schoen!

Lena